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Von Küste zu Küste – so kann ich viele meiner Reisen bezeichnen. Wie die Wüsten Australiens und der USA, so finden sich auch Küstenlandschaften Australiens, Nordamerikas, Asiens oder Europas in meiner Malerei wieder; – eine Galerie der Gezeiten.
Das Interesse an Orten, wo Meer und Land sich begegnen, war mir in die Wiege gelegt. Diese Wiege stand unter den Flügeln einer Windmühle in Ostfriesland, diese Mühle drehte sich am Ufer eines Flusses, welcher wenige Kilometer weiter in die Nordsee mündet. Später, inzwischen in den Städten zu Haus, verbrachte ich oft die Ferien an der ostfriesischen Küste und auf den vorgelagerten Inseln, welche ich noch heute oft besuche.
Endlose Sandstrände, Sonnenuntergänge über fernen Horizonten, Lichtdramaturgien in den Wolken, Meeresleuchten, Lagerfeuer in den Dünen, all das fasziniert, in welchem Teil der Welt auch immer. Situationen wiederholen sich, ohne dabei je weniger beeindruckend zu werden.
Im Anschluss an meine Reisen findet im Atelier eine Umsetzung der Eindrücke und eine Reduktion auf das Wesentliche statt. Die auf diese Weise entstehenden Werke loten Verbindungen und Übergänge zwischen realer Naturanschauung und Abstraktion aus, bewegen sich in diesem spannungsvollen Grenzbereich und ziehen daraus ihre Energie.
Die Gemälde zeigen kein (foto-) realistisches "Was-ich-gesehen-habe", sondern spiegeln atmosphärische Erfahrungen wider. Persönliche Erlebnisse werden Anlass zur Malerei, nicht die Absicht einer genauen Abbildung des Vorgefundenen. Intensive und spannungsvolle Farbspiele aus Horizonten, Perspektiven und Fluchtpunkten lassen verschiedene Lesarten zu.
Meine Küstenlandschaften verbinden aufwendige Lasurschichttechniken mit Arbeitsweisen informeller Malerei. Expressiver Ausdruck wird technisch filigran ausgeführt, was den Bildern eine zusätzliche Eigenartigkeit verleiht. Auffassungen traditioneller Landschaftsmalerei finden sich hier vereint mit Positionen zeitgenössischer Kunst.
Auch wird hier der Akt des Sehens selbst thematisiert, in dem die Blickführung geleitet wird durch Komposition, Fluchtpunkte, Tiefenschärfen. Durch Brechungen, Unschärfe und perspektivische Irritationen wird allerdings der in kulturellen Kontexten eingeübte Blick oftmals gleich wieder verunsichert und in Frage gestellt, der Betrachterstandpunkt oftmals in eine spannungsreiche, schwebende Unwegbarkeit/Unwägbarkeit versetzt. Durch Vermeidung geografischer Festlegung der Bildorte im Bildtitel, durch Umgehung klar definierter Größenverhältnisse und dadurch, dass Figuren und Objekte allenfalls schemenhaft erscheinen, bleiben die Bilder auf eine vielfältige, mehrdeutige Art und Weise les- und erlebbar.
Gemalte Landschaften, die wie aus dem Diffusen eines Traumes in die Erscheinung treten, verdichten sich allmählich, gewinnen Kontur und Form, Gestalt und Greifbarkeit – und sinken wieder zurück in das Unsichtbare, in die Präexistenz. Das Land im Bild bleibt im Schwebezustand des „ersten Tages“, des Erschaffenwerdens. |
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PDF- Ausstellungskatalog "Galerie der Gezeiten" von Hinrich JW Schüler |
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(ca 2,9 MB) |
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Wüsten, Orte scheinbarer Ödnis und Leere, zeigen sich bei intensiverem Hinsehen als ein Hort der Fülle und Unendlichkeit.
Im Atelier habe ich diverse Reiseerfahrungen durch die Wüsten Australiens und Nordamerikas zusammengefasst und konzentriert, sie auf dem Jutegrund verdichtet. Die „Painted Desert“- Gemälde zeigen dabei nicht ein (foto-) realistisches "WAS-ich-gesehen-habe", sondern spiegeln vielmehr das WIE meiner Erfahrungen wieder. Der persönliche Erlebnischarakter wird Anlass zum kreativen Ausdruck, nicht die Absicht einer genauen Abbildung des Vorgefundenen. Im Ergebnis finden sich Qualitäten der Wüste in den Gemälden wieder: offene Bildräume zeigen Kargheit und Fülle, Reduktion auf das Wesentliche, Durchdringungen und Kontraste, Räume voller Licht, Farbe, Weite, Einsamkeit, das Werden und Vergehen der Natur als ein Dasein in Überlagerungen und Schichtungen.
Die „Painted Desert“ – Gemälde sind eine Fortsetzung meiner „Abstrakten Landschaften“ und verbinden wie diese Auffassungen traditioneller Landschaftsmalerei mit der Kunst der Gegenwart. |
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PDF- Katalog "Painted Desert" von Hinrich JW Schüler |
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(ca. 2,3 MB) |
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Aus Skizzen zu Landschaften, die ich bereiste (insbesondere Australien, Neuseeland, USA und Europa) entwickle ich seit 2004 die "Abstrakten Landschaften".
Diese Arbeiten leben aus einem dynamischen Gleichgewicht von Kontrasten: Auflösung und Verdichtung von Strukturen, Licht und Dunkelheit, Bewegung und Ruhe. Gemalt wird in aufwendiger Acryl-Lasurtechnik: die Bilder entstehen oft aus über 60 fein nuancierten Farbschichten, die mit Pinseln auf Leinwand und grundierte Jute aufgetragen werden. Die "Abstrakten Landschaften" zeichnen sich aus durch vielfältige, intensive, brillante Farbigkeit, Klarheit und Ausdruckskraft.
Die Idee, die Struktur, die Räumlichkeit der Landschaft ist bei meiner Arbeit im Focus, weniger das Detail, die Staffage, das Idyllische.
In den "Abstrakten Landschaften" reizen oft ungewohnte Farbgebungen und andere Irritationen die Wahrnehmung des Betrachters. Gebrochene Perspektiven oder Mehrfachperspektiven lassen ihn oft vor dem Bildraum schweben. Das Bezeichnete, aus Farbnebeln hervortretende, bleibt offen und vieldeutig, hält die Waage zwischen impulsiver Romantik und kalkulierter, durchdachter Malerei. Diese Bilder beziehen sich auf Bekanntes, verharren aber in einer rätselhaften, spannungsvollen Schwebe und lassen verschiedene Lesbarkeiten zu, die anregen, andere als die üblichen Vorstellungen auszubilden.
Diese Bilder loten Verbindungen und Übergänge zwischen realer Naturanschauung und Abstraktion aus, bewegen sich in diesem Grenzbereich und zieht daraus ihre Energie. |
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PDF- Katalog "Abstrakte Landschaften" von Hinrich JW Schüler |
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(ca. 1,8 MB) |
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Die Ringbilder, komponiert aus frei in Farbraumnebeln schwebenden Ringmotiven, versehen mit einer inneren Leuchtkraft und faszinierender vielschichtiger Farbbrillanz, schaffen eine beeindruckende Raumillusion auf der zweidimensionalen Leinwand. Zum Teil scheinen die Ringe sich in ihrem Raum aufzulösen oder gerade aus diesem zu entstehen, dennoch sind sie ein fester Bestandteil ihres Umraumes, definieren diesen durch ihre Strukturen und Farben. Die untrennbare Verzahnung von Ring und Raum schafft Ruhe und Harmonie, die oft durch unruhige Zonen mit kantigen Innenstrukturen oder durch Liniekonglomerate wieder aufgehoben wird. Dennoch bleiben die durch den Gegensatz verschiedener bildnerischer Elemente hervorgerufenen Spannungen in den Ringbildern in einem schwebenden, dynamischen Gleichgewicht. Der informelle Grundcharakter der Bilder bewahrt diese vor der Gefahr, symbolisch, erzählerisch oder geometrisierend zu werden. |
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Bei den seit 1994 entstehenden „Farbraumbildern" wird allein durch die Farbkomposition auf der zweidimensionalen Leinwand Raum erzeugt. Diese Räumlichkeit kommt dabei ohne Zentralperspektive oder andere Ordnungssysteme aus, - sie beruht allein auf der Entfaltung der Kräfte reiner Farben. Diese werden in altmeisterlichen Lasur-(Schicht)-Techniken in vielen Arbeitsgängen nass in nass aufgetragen. Einige der Werke tragen über 60 Farbschichten, die fein abgestuft übereinander liegen. Mit diesen halbdurchlässigen (diaphanen) Schichten wird eigenartiger Eindruck von Tiefenraum und Licht erzeugt, was mit zäh-pastosen Farbmaterialien nicht erreichbar ist. Das im Betrachter dieser Bilder hervorgerufene Raumgefühl gleicht durch das Fehlen gewohnter Sehperspektiven eher einem akustischen Raum, wie er beim Hören von Musik in Erscheinung treten kann. So liegt der Begriff einer „Sinfonischen Malerei“ nahe. Das Wesen meiner Malerei ist die Farbe; - das rhythmisch-harmonische Zusammenschwingen der Farbtöne und -fomen ist ein musikalisches Phänomen. Die gestalterische Freiheit der ungegenständlichen "Farbraumbilder" ist dabei keineswegs willkürlich, da meine Farbgebung einer Kompositionslogik folgt: der Farbenlehre Goethes. Die Basis der Bildgestaltung sind die Polarität von Licht und Dunkelheit, Übergang und Abgrenzung, Farbverdichtung und -auflösung. Das abgeschlossene Bild ist eine komplexe Einheit aus dynamischen Gleichgewichten gegensätzlicher Qualitäten. |
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